Deutsche Limesstraße

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gesamtDie Deutsche-Limes-Straße

Im Rhein-Lahn-Kreis führt die "Deutsche Limes-Straße" vom Westerwald her über Arzbach, Bad Ems und Holzhausen in den Taunus hinein. Insgesamt erstreckt sich der Limes von Rheinbrohl am Rhein bis Regensburg an der Donau auf über 500 Kilometer Länge.

Der äußere obergermanisch-rätische Limes bildet eines der hervorragenden archäologischen Denkmäler Mitteleuropas und wurde vor kurzem zur Liste des Weltkulturerbes der UNESCO angemeldet. Viele der heute sichtbaren Limesanlagen wurden nach jüngeren Ausgrabungen durch das Landesdenkmalamt aufgrund ihres guten Erhaltungszustandes konserviert. Dazu gehören Kastelle und Badeanlagen, aber auch Limestürme mit Teilen der Grenzbefestigung selbst, wie Wallanlagen und Graben bzw. Mauer oder Palisade. Berücksichtigt sind auch museale Einrichtungen, zum einen Schutzbauten über römische Ruinen, die den jeweiligen Fundpunkt durch Texte, Pläne, Ausgrabungsfotos und Fundmaterial erläutern. Zum anderen archäologische Parks im Bereich eines Limesbauwerks mit Rekonstruktionen oder restaurierten Ausgrabungsbefunden. In vielen Fällen handelt es sich dabei um denkmalpflegerisch besonders geschützte Flächen. Sie beherbergen  heute noch weitgehend intakte archäologische Denkmäler, die in Übereinkunft mit der jeweiligen Stadt oder Gemeinde, meist mit finanzieller Hilfe historisch interessierter Vereinigungen und des Landes aus der bestehenden oder geplanten Nutzung durch Ankauf entzogen bzw. umgenutzt werden konnten. Somit bleibt die  archäologische Substanz hier auf Dauer erhalten und steht zukünftigen Generationen für die Forschung mit aktualisierten, verbesserten Methoden zur Verfügung. Schließlich wird auf die Regional- oder Heimatmuseen, die Fundstücke aus Limesanlagen für die interessierte Öffentlichkeit aufbereitet haben, verwiesen.

Die Deutsche Limes-Straße begleitet den obergermanisch-rätischen Limes vom Rhein bis zur Donau. Die Kastelle wurden größtenteils zu Beginn des 2. Jahrhunderts bzw. in der Jahrhundertmitte gegründet und bestanden bis zum Limesfall, d.h. dem Ende der römischen Besetzung um 260/270 n. Chr. Von Rheinbrohl bis Regensburg erstreckte sich der Limes über 500 km. Er blickt auf eine lange und traditionsreiche Forschungsgeschichte zurück. Die 1892 gegründete Reichslimeskommision hatte das Ziel, den Limes in seiner Gesamtheit unter einheitlichen Gesichtspunkten zu erforschen. Dazu gliederte man den Limes vom Rhein bis zur Donau über Eining (insgesamt 500 km) in 15 Strecken; die Strecken 10 und 11 umfassen den älteren, sog. Odenwaldlimes und gehören nicht in diesen Zusammenhang. Die einzelnen Limestürme (Wachposten = WP) innerhalb der Strecken wurden jeweils durchnumeriert.
Mögen dem Reisenden imposante Eindrücke und wichtige Erkenntnisse zur römischen Vergangenheit des Landes vermittelt werden, verbunden mit guter Erholung und Entspannung in den oftmals wunderschönen und abwechslungsreichen Landschaften der römischen Grenzregion.

Dr. B. Rabold
Landesdenkmalamt
Baden-Württemberg
Amalienstr. 36
76133 Karlsruhe

Verein Deutsche Limes-Straße
Marktplatz 2
73430 Aalen
TEL: 07361 / 52-2358
Homepage: www.limesstrasse.de
E-Mail: limesstrasse [at] aalen.de