100.000 Euro-Programm

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100.000 €URO-Programm für Kleinprojekte:

Dorferneuerung in Rheinland-Pfalz: Förderung kommunaler Vorhaben im Rahmen eines modellhaften Visualisierungskonzeptes des Landes Rheinland-Pfalz für das Weltkulturerbe Limes
 

Mit der Anerkennung des Limes als Weltkulturerbe der UNESCO soll der durch Rheinland-Pfalz verlaufende Teil des Limes für die Öffentlichkeit erlebbar gemacht werden. Hiervon betroffen sind die Landkreise Rhein-Lahn, Mayen-Koblenz, Neuwied und Westerwald.
 
Vor diesem Hintergrund stellt das Land einmalig im Haushaltsjahr 2006 aus dem Dorferneuerungsprogramm einen Betrag von 100.000 Euro, vorbehaltlich der tatsächlichen Verfügbarkeit der Mittel, zur Verfügung. Die Mittel werden bei Kapitel 2006 Titel 883 14 der ADD in Trier zur „Förderung kommunaler Vorhaben im Rahmen eines modellhaften Visualisierungskonzeptes des Landes Rheinland-Pfalz für das Weltkulturerbe Limes“ bereitgestellt.
 
Mit diesen Mitteln sollen kommunale Maßnahmen von Ortsgemeinden am Limes, die der Visualisierung, der besseren Darstellung oder der Bewahrung von Bauten, Erdwällen, Gräben, Rad- oder Wanderwegen zum oder am Limes oder den umliegenden Rastplätzen etc. dienen, gefördert werden.
 
Förderfähig sind insbesondere kleinere Maßnahmen, Projekte und Initiativen auf örtlicher Ebene, wie zum Beispiel Rodungsarbeiten, Wegesanierungen, Landschaftsgestaltungs- und Landschaftspflegearbeiten, Rekonstruktion oder Konservierung kleinerer Bauwerke, sofern sie dem Erhalt und der Weiterentwicklung des Weltkulturerbes Limes dienen.
 
Zuwendungsfähig sind solche Maßnahmen im Einzelfall bis zu einer Höhe von   5.000 Euro.
 
Zuwendungsempfänger können die unmittelbar vom Verlauf des Limes betroffenen Ortsgemeinden und Verbandsgemeinden sein. Die Vorlage eines Dorferneuerungskonzepts ist in diesem speziellen Fall nicht erforderlich.
 
Verfahrensregelungen
 
1. Das Ministerium des Innern und für Sport, Referat Dorferneuerung, stellt der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Trier, Referat 21 b, im Haushaltsjahr 2006 einmalig einen Betrag an Kassenmitteln aus Kapitel 2006 Titel 883 14 in Höhe von 100.000 Euro zur „Förderung kommunaler Vorhaben im Rahmen eines modellhaften Visualisierungskonzeptes des Landes Rheinland-Pfalz für das Weltkulturerbe Limes“ zur Verfügung. Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion ist für die ordnungsgemäße Bewirtschaftung der Fördermittel verantwortlich.
  
2. Die Anträge können von den Kommunen formlos zusammen mit einer Kostenschätzung sowie einer kurzen Maßnahmenbeschreibung an die Kreisverwaltung gestellt werden.
 
3. Die vier betroffenen Landkreise, Rhein-Lahn-Kreis, Mayen-Koblenz, Neuwied und der Westerwaldkreis, informieren die in Frage kommenden Kommunen über die Möglichkeiten einer Förderung und stimmen gemeinsam mit der PER Projektentwicklungsgesellschaft des Landes Rheinland-Pfalz mbH
 
- die Gebietskulisse (vom Limes betroffenen Kommunen),
- die regionale Aufteilung der Mittel,
- die Maßnahmen und Aktivitäten der Kommunen sowie
- die Prioritäten und den Durchführungszeitraum der durchzuführenden Maßnahmen ab.
 
4. Die o. g. Aktivitäten und Maßnahmen sind insbesondere mit der Unteren Denkmalpflege- und Landschaftspflegebehörde abzustimmen.
 
5. Die Landkreise bündeln die Anträge und legen diese über die PER der ADD zur Zustimmung vor.
 
6. Die Zustimmung zur Durchführung der beantragten Maßnahmen erfolgt durch die ADD Trier.
 
7. Nach Fertigstellung der Maßnahme ist ein vereinfachter Verwendungsnachweis gem. Nummer 8.2. der VV - Dorferneuerung vorzulegen. Danach genügt als Verwendungsnachweis eine Erklärung des Bürgermeisters/Ortsbürger-meisters, dass die Mittel bestimmungsgemäß verwendet worden sind. Die Auszahlung der Mittel erfolgt durch die ADD Trier.

Visualisierung des Limes
Informationsveranstaltung des Rhein-Kahn-Kreises am 17. November 2005 in Bad Ems - Vortrag von Dr. Joe Weingarten

1. Ausgangslage und Ziele eines rheinland-pfälzischen Limes-Konzepts

Ausgangslage:
- Erfolgreiche Anerkennung durch die UNESCO als Teil des Weltkulturerbes Obergermanisch-rhätischer Limes im Sommer 2005
- Gemeinsames Bewerbungsverfahren mit den drei anderen Ländern Hessen, Bayern und Baden-Württemberg
- Schon länger diskutierte Projektvorhaben in Pohl (Rekonstruktion eines römischen Kleinkastells) und Rheinbrohl (Limes-Erlebniszentrum)
- Rudimentäre, zum Teil gute, aber uneinheitliche Rekonstruktionen und Ausschilderungen am Limes in Rheinland-Pfalz
- Vielfältiges ehrenamtliches Engagement für den Limes und die Region.

Übergeordnete Ziele aus Landessicht:
- Schutz, Erhaltung und verantwortungsvolle Nutzung des Limes unter touristischen und Regionalentwicklungs-Gesichtspunkten
- Stärkung eines sanften und kulturhistorisch interessierten Tourismus, vor allem in wenig erschlossenen Regionen entlang des Limes
- Stärkung der Identifikation der Menschen mit ihrer Heimat
- Standortmarketing, wirtschaftliche Wachstumsimpulse.

2. Ansatzpunkte für ein rheinland-pfälzisches Limes-Konzept

Ansatzpunkte für eine Handlungsstrategie:
- Geplantes Limes-Informationszentrum in Rheinbrohl (VG Bad Hönningen)
- Geplante Rekonstruktion eines Limes-Kastells in Pohl (VG Nassau)
- Visualisierungskonzept der TU Kaiserslautern, ausgedehnt auf den gesamten Limes-Verlauf zwischen Bad Hönningen und Holzhausen
- Kartierungen der Denkmalpflege über den historischen Limesverlauf
- Arbeiten des Landesamt für Vermessung und Geobasisinformationen an aktuellen Limes-Katierungen
- Vorhandene, bereits rekonstruierte Bauwerke, Wegeverbindungen entlang des Limes, Deutsche Limesstraße, Radwege, Wanderwege etc.
- Bereitschaft des Landes zu einem Sofortprogramm (100.000 €)
- Vorhandene lokale Bemühungen zur Öffentlichkeitsarbeit und zur Werbung für den Limes
- Ehrenamtliches Engagement in Vereinen, z.B. Römer-Kohorte in Rheinbrohl.

3. Schwerpunkte der Limes-Konzepte anderer Länder

Baden-Württemberg:
- Neue einheitliche Ausschilderung des Limes
- Ausbau vorhandener Römer- Museen
- Erarbeitung eines Limes-Entwicklungsplanes
- Ausbildung von „Limes-Cicerones“
- Limes-Lehrpfade
- Informationstage, Wanderausstellungen, Limes-Broschüren;· Landesausstellung „Imperium Romanum“

Hessen:
- Vorlage eines Limes-Entwicklungsplanes
- Ein Limes-Informationszentrum für jeden Landkreis
- Schulung von Limes-Führern
- Restaurierung von Kastellen, Erweiterung der Saalburg
- Limes-Erlebnispfad Hochtaunus

Bayern:
- Einrichtung eines zentralen Römer–Informationszentrums in Weißenburg
- „Infopoint Limes“ im Altmühltal
- Ausbau des Römerparks Ruffenhofen
- Privat finanzierter „Limes-Erlebnispark“ in Mittelfranken

4. Ziele des Limes-Konzepts in Hinblick auf einen kulturnahen Tourismus

1. Den historischen Limes erhalten, pflegen und schützen.
2. Das Thema Limes anschaulich, naturgetreu und lebensnah präsentieren.
3. Die Besucher/innen führen und in ihrer Wahrnehmung unterstützen.
4. Die Verbundenheit zum und über den Limes ausbauen.
5. Lokale Kultur, Feste, Künstlerinnen und Künstler einbeziehen.
6. Gastronomie, Hotellerie und allgemeines Gewerbe stärken.

5. Kernpunkte der Umsetzung des Limes-Konzepts

Kernpunkte:
- Abstimmung einer Gesamtstrategie zwischen den betroffenen Ressorts, der Denkmalpflege und den Kreisen und Verbandsgemeinden
- Einbeziehung und Unterstützung der Ortsgemeinden, insbesondere im Hinblick auf konkrete Maßnahmen (Moderation, finanzielle Unterstützung, Management)
- Umsetzung der Konzepte in Pohl und Rheinbrohl
- Beginn der Umsetzung des Visualisierungskonzepts in der VG Nastätten,
  einerseits im Bereich Pohl-Hunzel-Berg, andererseits im Bereich Pohl-Obertiefenbach-Holzhausen
- Dorfmoderation in allen vom Limes betroffenen Verbandsgemeinden
- Abstimmung mit den lokalen und regionalen Tourismusstrategien.

6. Förderung kommunaler Vorhaben im Rahmen des Visualisierungskonzeptes

Förderkulisse: Kommunale Maßnahmen in den Landkreisen Rhein-Lahn, Mayen-Koblenz, Neuwied und Westerwald

Umfang: 100.000 € im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms des ISM

Antragsteller: Ortsgemeinde oder Verbandsgemeinde (über Kreisverwaltungen und PER)

Inhalt: Visualisierung, Darstellung oder Bewahrung von Bauten, Erdwällen, Gräben, Rad- oder Wanderwegen zum oder am Limes
          Im Einzelfall bis 5.000 €

Antragstellung: formlos, mit Kostenschätzung und kurzer Maßnahmenbeschreibung an die Kreisverwaltung
         abgestimmt mit der Unteren Denkmalschutzbehörde (Formular)
         Landkreis stimmen Mittelzuwendung mit PER ab
         Bewilligung und Abrechnung über ADD
         vereinfachter Verwendungsnachweis

7. Denkbare Maßnahmen zur Visualisierung

- Fällung / Beseitigung von Baumbestand, Beseitigung von Totholz und Gestrüpp;
- Baumanpflanzungen;
- Entbuschung zugewachsener Wege, des Walles, des Grabens oder von Kastell- bzw. Wachturm–Standorten;
- Sanierung und Konservierung von Mauerresten;
- Erdaufschüttungen, Erdhügel, Aussichtswallformen;
- Herausnahme von Ackerflächen aus der Bewirtschaftung bzw. spezielle Einsaat;
- Beschilderung (nach der Vorgabe der Deutschen Limes-Kommission): Wegetafel, Thementafeln, Bauwerkserklärungen;
- Anlage von Wege und Pfaden;
- Verdeutlichung von Gebäudegrundrissen durch Baumreihen, Hecken, Steine, Pflastermarkierungen;
- Kiesbelag bei Wegführung in Kastellen;
- Künstlerische Installationen;
- Kleinere Rekonstruktionen / Neubauten als Unterstände, Grillplätze etc.
® Alles nur im räumlichen und sachlichen Zusammenhang mit dem Limes!
® Alles nur in Abstimmung mit der Archäologischen Denkmalpflege!

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